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Keto-Hirschsteak mit Brombeersauce und Brokkolipüree

Aufgeschnittenes rosa gebratenes Hirschsteak auf grünem Brokkolipüree mit dunkler Brombeersauce und ganzen Brombeeren
Das fertige Hirschsteak: außen kräftig gebraten, innen rosa, dazu Brombeersauce und cremiges Brokkolipüree.
Zutaten für das Gericht: vier Hirschsteaks, eine Schale Brombeeren, ein Brokkolikopf, Schalotten, Butter, Sahne, Rotwein, Thymian und Wildfond
Hirschsteak, Brombeeren, Brokkoli und Sahne – gebunden wird die Sauce nur durch Einkochen und kalte Butter.
Hirschsteaks braten in einer schweren Pfanne, daneben köchelt die dunkelrote Brombeersauce in einem kleinen Topf
Die Steaks werden kurz und heiß angebraten, die Sauce reduziert währenddessen im Topf daneben.

Hirsch ist eines der magersten Fleische überhaupt – und genau deshalb ein perfektes Keto-Hauptgericht, weil das fehlende Fett über Butter und Sahne dazukommt, statt über eine Panade oder Klöße. Die klassische Wildsauce mit Johannisbeergelee wird hier durch frische Brombeeren mit Erythrit ersetzt, sodass die Portion bei ca. 8 g Netto-Kohlenhydraten liegt.

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Zubereitungszeit: ca. 50 Minuten insgesamt, davon rund 40 Minuten aktive Arbeit.
  • Ca. 8 g Netto-Kohlenhydrate und 49 g Fett bei 37 g Eiweiß pro Portion.
  • Zutaten: Hirschsteak, Brombeeren, Brokkoli, Sahne, Butter, Schalotten, Rotwein und Wildfond.
  • Geeignet als festliches Keto-Abendessen für vier Personen und für die frühe Wildsaison im Spätsommer.

Zutaten

Eine Portion ist ein Steak von ca. 150 g mit ca. 125 g Brokkolipüree und Sauce; bei sehr hungrigen Gästen eher 180 g Fleisch rechnen.

Portionen
Menge Zutat Hinweis
Hirschsteak 4 Steaks à ca. 150 g aus dem Rücken oder der Nuss, ca. 3 cm dick
4 Steaks à ca. 150 g aus dem Rücken oder der Nuss, ca. 3 cm dick
Brokkoli ca. 1 großer Kopf, in Röschen
ca. 1 großer Kopf, in Röschen
Brombeeren frisch oder tiefgekühlt
frisch oder tiefgekühlt
Butter 60 g fürs Püree, 40 g zum Arrosieren, 20 g eiskalt für die Sauce
60 g fürs Püree, 40 g zum Arrosieren, 20 g eiskalt für die Sauce
Butterschmalz zum Anbraten der Steaks
zum Anbraten der Steaks
Sahne fürs Brokkolipüree
fürs Brokkolipüree
Wildfond ersatzweise kräftiger Rinderfond
ersatzweise kräftiger Rinderfond
Rotwein, trocken ersatzweise 80 ml Fond plus 20 ml Rotweinessig
ersatzweise 80 ml Fond plus 20 ml Rotweinessig
Schalotten ca. 2 Stück, fein gewürfelt
ca. 2 Stück, fein gewürfelt
Knoblauchzehe angedrückt, fürs Püree
angedrückt, fürs Püree
Rotweinessig ca. 1 EL, für die Sauce
ca. 1 EL, für die Sauce
Erythrit für die Brombeersauce
für die Brombeersauce
Thymian ca. 4 Zweige
ca. 4 Zweige
Lorbeerblatt -
Muskatnuss frisch gerieben, fürs Püree
frisch gerieben, fürs Püree
Salz -
Pfeffer frisch gemahlen, erst nach dem Braten
frisch gemahlen, erst nach dem Braten

Zubereitung

Gesamte Zubereitungszeit 59 Min.
1 12 Min.
2 5 Min.
3 18 Min.
4 7 Min.
5 12 Min.
6 5 Min.
  1. Brokkolipüree kochen

    ca. 12 Minuten
    500  g Brokkoli ca. 1 großer Kopf, in Röschen

    Den Brokkoli (500 g) in Röschen teilen und in knapp bedecktem Salzwasser 10 Minuten sehr weich kochen. Vollständig abgießen und ausdampfen lassen – Restwasser macht das Püree dünn.

  2. Püree fertigstellen

    ca. 5 Minuten
    120  g Butter 60 g fürs Püree, 40 g zum Arrosieren, 20 g eiskalt für die Sauce
    200  ml Sahne fürs Brokkolipüree
    1  Zehe Knoblauchzehe angedrückt, fürs Püree
    1  Prise Muskatnuss frisch gerieben, fürs Püree

    Die Sahne (200 ml) mit der angedrückten Knoblauchzehe (1 Zehe) kurz erwärmen, den Knoblauch entfernen. Sahne, 60 g der Butter und die Muskatnuss (1 Prise) zum Brokkoli geben und mit dem Stabmixer glatt pürieren. Salzen und warm stellen.

  3. Brombeersauce reduzieren

    ca. 18 Minuten
    200  ml Wildfond ersatzweise kräftiger Rinderfond
    100  ml Rotwein, trocken ersatzweise 80 ml Fond plus 20 ml Rotweinessig
    5  g Thymian ca. 4 Zweige
    1  Stück Lorbeerblatt

    Die Schalottenwürfel (40 g) in einem kleinen Topf in 20 g der Butter glasig schwitzen, mit dem Rotwein (100 ml) ablöschen und fast vollständig einkochen. Den Wildfond (200 ml), den Thymian (5 g) und das Lorbeerblatt (1 Stück) zugeben und offen auf etwa ein Drittel reduzieren.

  4. Beeren einarbeiten

    ca. 7 Minuten
    100  g Brombeeren frisch oder tiefgekühlt
    15  ml Rotweinessig ca. 1 EL, für die Sauce
    10  g Erythrit für die Brombeersauce

    Die Hälfte der Brombeeren (50 g) mit dem Erythrit (10 g) und dem Rotweinessig (15 ml) in die Sauce geben, leicht zerdrücken und 5 Minuten ziehen lassen. Durch ein Sieb passieren und zurück in den Topf geben.

  5. Hirschsteaks braten

    ca. 12 Minuten
    20  g Butterschmalz zum Anbraten der Steaks

    Die Steaks (600 g) trocken tupfen und salzen. Das Butterschmalz (20 g) in einer schweren Pfanne stark erhitzen und die Steaks je 2 bis 3 Minuten pro Seite braten. 40 g der Butter zugeben und das Fleisch 1 Minute mit der schäumenden Butter übergießen. Bei 54 bis 56 °C Kerntemperatur herausnehmen, pfeffern (0,5 TL) und 5 Minuten ruhen lassen.

  6. Montieren und anrichten

    ca. 5 Minuten

    Die Sauce vom Herd ziehen, die restliche eiskalte Butter (20 g) einschwenken und die übrigen Brombeeren (50 g) zugeben – ab jetzt nicht mehr kochen lassen. Das Püree als Spiegel auf vorgewärmte Teller streichen, das aufgeschnittene Steak daraufsetzen und die Sauce daneben angießen.

Geschafft! Guten Appetit - lass es dir richtig schmecken.

Welche Tipps helfen beim Hirschsteak?

  • Das Fleisch 45 Minuten vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen.
  • Die Steaks trocken tupfen und erst nach dem Braten pfeffern, damit der Pfeffer nicht verbrennt.
  • Ein Fleischthermometer nutzen – 54 bis 56 °C Kerntemperatur, keinesfalls mehr.
  • Nur die Hälfte der Brombeeren zerdrücken, die andere Hälfte erst zum Schluss zugeben.
  • Die Sauce nach der kalten Butter nicht mehr kochen lassen, sonst trennt sie sich.
  • Den Brokkoli knapp bedeckt kochen und das Kochwasser wegschütten – sonst wird das Püree dünn.

Warum dieses Wildgericht Keto-tauglich ist

Hirschfleisch enthält null Kohlenhydrate und liegt bei nur ca. 3 g Fett je 100 g – als alleiniges Gericht wäre es für Keto viel zu mager und würde eher in Richtung Eiweißüberschuss kippen. Die Fettmenge kommt hier vollständig aus den Beilagen: 30 g Butter und 50 ml Sahne pro Portion bringen zusammen rund 40 g Fett mit, ohne nennenswerte Kohlenhydrate. Kritisch ist bei Wild immer die Sauce, denn klassisch werden Preiselbeeren oder Johannisbeergelee eingerührt – zwei Esslöffel Gelee sind allein schon 20 g Zucker. Diese Version nutzt 25 g frische Brombeeren pro Portion mit ca. 1,2 g Netto-Kohlenhydraten und gleicht die Süße mit 10 g Erythrit aus, das nicht angerechnet wird. Zusammen mit Brokkolipüree, Rotwein und Schalotten landet der ganze Teller bei ca. 8 g Netto-Kohlenhydraten statt bei etwa 60 g mit Spätzle und Gelee. Die Verteilung liegt bei 49 g Fett zu 37 g Eiweiß, also rund 67 % der Kalorien aus Fett. Nährwerte der Einzelzutaten lassen sich in der FDDB-Nährwertdatenbank nachschlagen.

Quelle: FDDB Nährwertdatenbank , USDA FoodData Central

Brombeeren statt Johannisbeergelee

Brombeeren sind zusammen mit Himbeeren die kohlenhydratärmsten Beeren überhaupt: ca. 4,9 g Netto-Kohlenhydrate je 100 g bei einem sehr hohen Ballaststoffanteil von rund 5 g, der bereits abgezogen ist. Damit lässt sich in einer Wildsauce genau das erreichen, wofür sonst Gelee zuständig ist – Fruchtsäure und dunkle Süße als Gegengewicht zum kräftigen Fleisch – nur eben mit einem Zehntel der Kohlenhydrate. Wichtig ist, die Beeren erst in den letzten fünf Minuten zuzugeben und nur die Hälfte zu zerdrücken: Länger gekocht verlieren sie ihre Frische und schmecken marmeladig. Im August und September sind Brombeeren zudem am günstigsten und aromatischsten, was gut mit dem Beginn der Rotwildsaison zusammenfällt.

Quelle: Harvard T.H. Chan – The Nutrition Source: Carbohydrates

Hirschfleisch richtig einordnen und garen

Wildbret ist proteinreich, sehr eisenhaltig und praktisch fettfrei, weshalb es beim Garen wenig verzeiht: Bei 54 bis 56 °C Kerntemperatur ist Hirsch saftig und zartrosa, ab 62 °C wird er trocken und bekommt einen leberartigen Beigeschmack. Ein Fleischthermometer ist hier kein Luxus, sondern die einzige verlässliche Methode. Wer Wild häufiger isst, sollte außerdem wissen, dass mit Bleimunition erlegtes Wildbret erhöhte Bleigehalte aufweisen kann; das Bundesinstitut für Risikobewertung rät insbesondere Schwangeren und Kindern zu Zurückhaltung. Bleifrei erlegtes Wild vom Jäger oder Wildhändler ist inzwischen breit verfügbar und löst das Thema.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung , Max Rubner-Institut

Wie serviere und variiere ich das Hirschsteak?

Das Püree kommt als Spiegel auf den vorgewärmten Teller, das aufgeschnittene Steak schräg darauf und die Sauce daneben, nicht darüber – so bleibt die Kruste erhalten. In der Praxis ist die Reihenfolge entscheidend: Püree und Sauce müssen fertig sein, bevor das Fleisch in die Pfanne kommt, denn ein Hirschsteak wartet keine fünf Minuten. Wer es üppiger mag, gibt gebratene Pfifferlinge dazu, die im August ohnehin Saison haben.

Meal-Prep, vorbereiten und aufwärmen

Sauce und Püree lassen sich vollständig vorbereiten: Die Brombeersauce hält gekühlt 3 Tage und lässt sich auch einfrieren, sie wird beim Erwärmen nur noch einmal mit kalter Butter aufmontiert. Das Brokkolipüree hält 2 Tage und wird im Topf mit einem Schuss Sahne wieder cremig; einfrieren funktioniert, macht es aber etwas wässriger. Das Fleisch ist dagegen ein reines Sofort-Gericht. Reste vom Steak schmecken am nächsten Tag kalt und dünn aufgeschnitten auf Salat deutlich besser als aufgewärmt, weil rosa gebratenes Wild beim Erhitzen nachgart und grau wird.

Ohne Hirsch: Reh, Rinderfilet oder Portobello

Rehrücken oder Rehnuss funktionieren identisch, brauchen aber wegen der geringeren Dicke nur etwa 2 Minuten pro Seite. Rinderfilet ist die ganzjährig verfügbare Alternative und verträgt die Brombeersauce ebenso gut, ist mit ca. 8 g Fett je 100 g allerdings etwas fetter, weshalb die Butter beim Arrosieren auf 40 g reduziert werden kann. Für eine vegetarische Version brätst du vier große Portobello-Kappen in Butter goldbraun und servierst sie mit derselben Sauce auf Basis von Gemüsefond – dann bleiben ca. 9 g Netto-Kohlenhydrate und 12 g Eiweiß pro Portion.

Nährwerttabelle

NährwertJe 100 gPro PortionKeto-Einordnung
Kalorien ca. 140 kcal ca. 660 kcal Vollständiges Hauptgericht inklusive Beilage; eine Sättigungsbeilage ist nicht nötig.
Vollständiges Hauptgericht inklusive Beilage; eine Sättigungsbeilage ist nicht nötig.
Fett ca. 10 g ca. 49 g Hoch, praktisch vollständig aus Butter und Sahne – ca. 67 % der Kalorien.
Hoch, praktisch vollständig aus Butter und Sahne – ca. 67 % der Kalorien.
Netto-Kohlenhydrate ca. 1,7 g ca. 8 g Niedrig; aus Brokkoli, Brombeeren, Schalotten und Rotwein, nichts aus einer Mehlbindung.
Niedrig; aus Brokkoli, Brombeeren, Schalotten und Rotwein, nichts aus einer Mehlbindung.
Zucker ca. 0,9 g ca. 4 g Natürlicher Zucker aus Beeren, Sahne und Wein; Erythrit wird nicht angerechnet.
Natürlicher Zucker aus Beeren, Sahne und Wein; Erythrit wird nicht angerechnet.
Eiweiß ca. 7,9 g ca. 37 g Sehr hoch – Wildbret ist eines der proteindichtesten Fleische überhaupt.
Sehr hoch – Wildbret ist eines der proteindichtesten Fleische überhaupt.
Salz ca. 0,4 g ca. 1,8 g Moderat; bei Keto ist ein etwas höherer Salzkonsum eher hilfreich als problematisch.
Moderat; bei Keto ist ein etwas höherer Salzkonsum eher hilfreich als problematisch.

Hinweis: Die Nährwerte sind geschätzte Durchschnittswerte je 100 g und können je nach verwendeten Zutaten, Marken, Portionsgröße und Zubereitung abweichen. Sie ersetzen keine individuelle Ernährungs- oder medizinische Beratung.

Häufige Fragen

Warum ist Hirsch für Keto überhaupt geeignet, wenn er so mager ist?

Weil bei Keto nicht jedes einzelne Lebensmittel fettreich sein muss, sondern die Mahlzeit als Ganzes. Hirsch liefert 33 g Eiweiß und null Kohlenhydrate pro Portion, das Fett kommt über Butter, Sahne und die Sauce dazu. Diese Kombination ergibt 67 % Fettanteil an den Kalorien – ein reines mageres Steak ohne Beilage läge dagegen bei rund 25 % und wäre für Keto tatsächlich ungeeignet.

Woher bekomme ich Hirschsteak im Sommer?

Die Jagdzeit auf Rotwild beginnt in Deutschland regional bereits im August, sodass frisches Wildbret ab dem Spätsommer beim Jäger und beim Wildhändler verfügbar ist. Tiefgekühltes Hirschfleisch gibt es ganzjährig, auch im Onlinehandel – es sollte über Nacht im Kühlschrank auftauen und danach gründlich trocken getupft werden. Achte auf den Hinweis auf bleifrei erlegtes Wild.

Kann ich die Sauce ohne Rotwein zubereiten?

Ja. Ersetze die 100 ml Rotwein durch 80 ml zusätzlichen Wildfond und 20 ml Rotweinessig – die Säure ist wichtig, damit die Sauce nicht flach schmeckt. Der Unterschied bei den Kohlenhydraten ist minimal, es entfallen ca. 0,6 g pro Portion. Damit wird das Gericht gleichzeitig alkoholfrei, was bei der Weinvariante trotz Einkochens nicht vollständig der Fall ist.

Passt dieses Gericht zum Abnehmen mit Keto?

Das Fleisch ja, die Beilagen sind die Stellschraube. Von den 660 kcal stammen rund 370 kcal aus Butter und Sahne. Wer knapper rechnet, halbiert die Butter im Püree auf 30 g für vier Portionen und ersetzt die Hälfte der Sahne durch Brokkoli-Kochwasser – das spart rund 130 kcal pro Portion, hält die Kohlenhydrate unverändert und lässt den hohen Eiweißanteil intakt, der beim Abnehmen am längsten sättigt.

Autor bei KetoWizard

Über den Autor

Sebastian ist Ehemann, Vater von zwei Jungs in der Pubertät, Fußballtrainer und schreibt bei KetoWizard aus fundierter persönlicher Erfahrung und kontinuierlicher Recherche wissenschaftlicher Literatur.

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