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Keto-Wildentenbrust mit Rotkohl und Pfefferrahm

Aufgeschnittene rosa gebratene Wildentenbrust mit knuspriger Haut auf geschmortem Rotkohl, umgeben von heller Pfefferrahmsauce
Die fertige Wildentenbrust: Haut knusprig, Kern rosa, dazu Rotkohl und Sauce mit grünem Pfeffer.
Zutaten für das Gericht: vier Wildentenbrüste, ein halber Rotkohl, Zwiebel, Apfel, Wacholderbeeren, Lorbeer, Sahne und grüner Pfeffer
Wildentenbrust, Rotkohl, Wacholder und grüner Pfeffer – der Zucker im klassischen Rotkohl wird durch Erythrit ersetzt.
Wildentenbrüste mit eingeschnittener Haut braten in einer Pfanne, das ausgelassene Fett sammelt sich am Pfannenboden
Von der kalten Pfanne aus auf der Hautseite gestartet – so schmilzt das Fett aus, bevor das Fleisch durchgart.

Wildente ist das kräftigste Geflügel, das man bekommen kann, und ausgerechnet für Keto ist sie ideal: kein Panade-Problem, keine Marinade mit Zucker, dafür ein Fleisch, das eine fette Rahmsauce trägt, ohne fad zu wirken. Statt Klößen und gezuckertem Rotkohl aus dem Glas kommen hier selbst geschmorter Rotkohl mit Wacholder und eine Pfefferrahmsauce ohne Mehlschwitze auf den Teller – ca. 7 g Netto-Kohlenhydrate pro Portion.

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Zubereitungszeit: ca. 80 Minuten insgesamt, davon rund 35 Minuten aktive Arbeit.
  • Ca. 7 g Netto-Kohlenhydrate und 55 g Fett bei 33 g Eiweiß pro Portion.
  • Zutaten: Wildentenbrust, Rotkohl, Zwiebel, Apfel, Wacholder, Sahne, grüner Pfeffer und Butter.
  • Geeignet als Sonntagsbraten für vier Personen, für Wildsaison-Menüs und für Gäste.

Zutaten

Eine Portion ist eine Wildentenbrust von ca. 150 g mit ca. 125 g Rotkohl und Sauce; bei größeren Barbarie-Brüsten reicht eine halbe pro Person.

Portionen
Menge Zutat Hinweis
Wildentenbrust 4 Brüste à ca. 150 g, mit Haut
4 Brüste à ca. 150 g, mit Haut
Rotkohl ca. ein halber kleiner Kopf, fein gehobelt
ca. ein halber kleiner Kopf, fein gehobelt
Zwiebel ca. 1 kleine, fein gewürfelt
ca. 1 kleine, fein gewürfelt
Apfel ca. ein Viertel, säuerlich, grob geraspelt
ca. ein Viertel, säuerlich, grob geraspelt
Butterschmalz zum Anschwitzen des Rotkohls
zum Anschwitzen des Rotkohls
Rotweinessig ca. 2 EL, für die Farbe des Kohls
ca. 2 EL, für die Farbe des Kohls
Gemüsebrühe für den Rotkohl
für den Rotkohl
Erythrit für den Rotkohl
für den Rotkohl
Wacholderbeeren angedrückt
angedrückt
Lorbeerblätter -
Gewürznelken -
Wildfond ersatzweise kräftiger Rinderfond
ersatzweise kräftiger Rinderfond
Sahne für die Pfefferrahmsauce
für die Pfefferrahmsauce
grüner Pfeffer, eingelegt abgetropft, leicht angedrückt
abgetropft, leicht angedrückt
Butter je zur Hälfte zum Arrosieren und für die Sauce
je zur Hälfte zum Arrosieren und für die Sauce
Salz -
Pfeffer frisch gemahlen
frisch gemahlen

Zubereitung

Gesamte Zubereitungszeit 93 Min.
1 15 Min.
2 50 Min.
3 10 Min.
4 8 Min.
5 10 Min.
  1. Rotkohl ansetzen

    ca. 15 Minuten
    500  g Rotkohl ca. ein halber kleiner Kopf, fein gehobelt
    40  g Apfel ca. ein Viertel, säuerlich, grob geraspelt
    40  g Butterschmalz zum Anschwitzen des Rotkohls
    30  ml Rotweinessig ca. 2 EL, für die Farbe des Kohls

    Den Rotkohl (500 g) fein hobeln. Das Butterschmalz (40 g) in einem weiten Topf erhitzen, die Zwiebelwürfel (60 g) glasig schwitzen, den Kohl und den geraspelten Apfel (40 g) zugeben und 5 Minuten mitschwitzen. Mit dem Rotweinessig (30 ml) ablöschen – dadurch bleibt die Farbe kräftig rot.

  2. Rotkohl schmoren

    ca. 50 Minuten, überwiegend passiv
    150  ml Gemüsebrühe für den Rotkohl
    10  g Erythrit für den Rotkohl
    4  Stück Wacholderbeeren angedrückt
    2  Stück Lorbeerblätter
    2  Stück Gewürznelken

    Die Gemüsebrühe (150 ml), das Erythrit (10 g), die angedrückten Wacholderbeeren (4 Stück), die Lorbeerblätter (2 Stück) und die Gewürznelken (2 Stück) zugeben, salzen und zugedeckt bei kleiner Hitze 50 Minuten schmoren. Zwischendurch zweimal umrühren; am Ende soll fast keine Flüssigkeit mehr im Topf sein.

  3. Entenbrust ausbraten

    ca. 10 Minuten

    Die Haut der Entenbrüste (600 g) rautenförmig einschneiden, ohne das Fleisch zu verletzen, und kräftig salzen. Die Brüste mit der Hautseite nach unten in eine kalte, schwere Pfanne legen und erst dann die Platte auf mittlere Hitze stellen. In ca. 7 Minuten das Fett ausschmelzen lassen und die Haut goldbraun braten, das ausgelassene Fett zwischendurch abschöpfen.

  4. Rosa fertig garen

    ca. 8 Minuten
    15  g grüner Pfeffer, eingelegt abgetropft, leicht angedrückt
    80  g Butter je zur Hälfte zum Arrosieren und für die Sauce
    0.5  TL Pfeffer frisch gemahlen

    Die Brüste wenden, die Hälfte der Butter (40 g) zugeben und das Fleisch 2 bis 3 Minuten mit der schäumenden Butter übergießen. Bei 54 bis 56 °C Kerntemperatur aus der Pfanne nehmen, mit Pfeffer (0,5 TL) würzen und 5 Minuten auf einem warmen Teller ruhen lassen.

  5. Pfefferrahm und Anrichten

    ca. 10 Minuten
    150  ml Wildfond ersatzweise kräftiger Rinderfond
    200  ml Sahne für die Pfefferrahmsauce

    Den Bratensatz mit dem Wildfond (150 ml) lösen, die Sahne (200 ml) und den grünen Pfeffer (15 g) zugeben und offen um ein Drittel einkochen lassen. Vom Herd ziehen und die restliche kalte Butter (40 g) einschwenken. Die Entenbrust schräg aufschneiden, auf dem Rotkohl anrichten und die Sauce daneben angießen.

Geschafft! Guten Appetit - lass es dir richtig schmecken.

Welche Tipps helfen bei Wildentenbrust und Rotkohl?

  • Die Haut rautenförmig einschneiden, ohne ins Fleisch zu schneiden.
  • In der kalten Pfanne auf der Hautseite starten, damit das Fett langsam ausschmilzt.
  • Das ausgelassene Entenfett abschöpfen und für Bratkartoffel-Alternativen aufheben.
  • Ein Fleischthermometer nutzen – 54 bis 56 °C Kerntemperatur, nicht mehr.
  • Das Fleisch 5 Minuten ruhen lassen, bevor es aufgeschnitten wird.
  • Den Rotkohl mit Essig ansetzen, sonst verliert er beim Schmoren die rote Farbe.

Warum dieser Sonntagsbraten Keto-tauglich ist

Beim klassischen Wildentenessen stecken die Kohlenhydrate nicht im Fleisch, sondern in den drei Beilagen drumherum. Wildentenbrust selbst hat null Kohlenhydrate und liefert mit Haut ca. 15 g Fett je 150 g. Zwei Semmelknödel bringen dagegen rund 60 g Kohlenhydrate mit, fertiger Apfelrotkohl aus dem Glas je nach Marke 8 bis 12 g je 100 g, weil er stark gezuckert wird, und eine mit Mehl gebundene Sauce noch einmal 5 bis 8 g pro Portion. Diese Version streicht die Knödel ersatzlos, schmort den Rotkohl selbst mit nur 40 g Apfel auf 500 g Kohl und süßt mit 10 g Erythrit statt mit Zucker, und bindet die Sauce durch Einkochen mit Sahne statt mit Mehlschwitze. Damit landet der ganze Teller bei ca. 7 g Netto-Kohlenhydraten statt bei etwa 75 g. Die Makroverteilung liegt bei 55 g Fett zu 33 g Eiweiß, also rund 71 % der Kalorien aus Fett. Nährwerte einzelner Zutaten lassen sich in der FDDB-Nährwertdatenbank nachschlagen.

Quelle: FDDB Nährwertdatenbank , DGE-Leitlinie Kohlenhydrate

Rotkohl ohne Zucker schmoren

Roher Rotkohl liegt bei ca. 3 g Netto-Kohlenhydraten je 100 g und ist damit unproblematisch – zum Problem wird erst die Zubereitung. Klassische Rezepte geben zwei Äpfel, Zucker und oft noch Johannisbeergelee dazu, fertige Gläser enthalten je nach Marke 8 bis 12 g Kohlenhydrate je 100 g. Hier übernehmen 40 g Apfel für die Fruchtsäure, 10 g Erythrit für die Süße und Rotweinessig für die Säure, die den Kohl gleichzeitig farbstabil hält. Wacholder, Lorbeer und Nelke liefern die Tiefe, die sonst der Zucker vortäuscht.

Quelle: USDA FoodData Central

Wildbret richtig einordnen

Wildente ist deutlich magerer als die gemästete Barbarie- oder Flugente, weshalb sie rosa gebraten werden muss – bei 54 bis 56 °C Kerntemperatur ist sie saftig, ab 65 °C wird sie trocken und leberartig. Wer Wild häufiger isst, sollte wissen, dass mit Bleimunition erlegtes Wildbret erhöhte Bleigehalte aufweisen kann; das Bundesinstitut für Risikobewertung rät insbesondere Schwangeren und Kindern, solches Fleisch nur selten zu verzehren. Bleifrei erlegtes Wild vom Jäger oder Wildhändler löst das Thema und ist inzwischen breit verfügbar.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung

Wie serviere und variiere ich die Wildente?

Serviert wird aufgeschnitten und schräg über dem Rotkohl angerichtet, die Sauce kommt daneben statt darüber, damit die Haut knusprig bleibt. In der Praxis ist der Rotkohl der eigentliche Zeitfresser, nicht das Fleisch – wer ihn am Vortag kocht, steht am Sonntag nur noch 20 Minuten am Herd, und der Kohl schmeckt aufgewärmt sogar runder. Als zusätzliche Beilage passt Selleriepüree oder gebratener Rosenkohl.

Meal-Prep, vorbereiten und aufwärmen

Der Rotkohl hält gekühlt 4 Tage und lässt sich problemlos in doppelter Menge kochen und portionsweise einfrieren; er gewinnt beim Durchziehen. Die Sauce hält 3 Tage und lässt sich sanft erwärmen, sollte aber nicht kochen, sonst flockt die Sahne. Gebratene Entenbrust ist dagegen ein Sofort-Gericht: Reste am nächsten Tag lieber kalt und dünn aufgeschnitten auf Salat essen, denn beim Aufwärmen gart das rosa Fleisch nach und wird grau.

Ohne Wildente: Barbarie-Ente, Taube und Rind

Barbarie-Entenbrust ist ganzjährig verfügbar, wiegt mit 300 bis 350 g pro Stück etwa doppelt so viel und hat eine dickere Fettschicht – dann zwei statt vier Brüste rechnen und auf der Hautseite 10 statt 7 Minuten auslassen. Taubenbrust funktioniert ebenfalls, braucht aber nur 3 Minuten pro Seite. Wer gar kein Geflügel möchte, brät stattdessen 600 g Rinderfilet am Stück; Rotkohl und Pfefferrahm passen unverändert dazu.

Nährwerttabelle

NährwertJe 100 gPro PortionKeto-Einordnung
Kalorien ca. 210 kcal ca. 700 kcal Vollständiges Hauptgericht inklusive Beilage; keine weitere Sättigungsbeilage nötig.
Vollständiges Hauptgericht inklusive Beilage; keine weitere Sättigungsbeilage nötig.
Fett ca. 16 g ca. 55 g Sehr hoch, aus Entenhaut, Butter und Sahne – ca. 71 % der Kalorien.
Sehr hoch, aus Entenhaut, Butter und Sahne – ca. 71 % der Kalorien.
Netto-Kohlenhydrate ca. 2,1 g ca. 7 g Niedrig; fast alles stammt aus Rotkohl, Apfel und Zwiebel, nichts aus der Sauce.
Niedrig; fast alles stammt aus Rotkohl, Apfel und Zwiebel, nichts aus der Sauce.
Zucker ca. 1,5 g ca. 5 g Natürlicher Zucker aus Kohl, Apfel und Sahne; Erythrit wird nicht angerechnet.
Natürlicher Zucker aus Kohl, Apfel und Sahne; Erythrit wird nicht angerechnet.
Eiweiß ca. 10 g ca. 33 g Hoch; die Entenbrust deckt gut die Hälfte des Tagesbedarfs eines Erwachsenen.
Hoch; die Entenbrust deckt gut die Hälfte des Tagesbedarfs eines Erwachsenen.
Salz ca. 0,45 g ca. 1,5 g Moderat; bei Keto ist ein etwas höherer Salzkonsum eher hilfreich als problematisch.
Moderat; bei Keto ist ein etwas höherer Salzkonsum eher hilfreich als problematisch.

Hinweis: Die Nährwerte sind geschätzte Durchschnittswerte je 100 g und können je nach verwendeten Zutaten, Marken, Portionsgröße und Zubereitung abweichen. Sie ersetzen keine individuelle Ernährungs- oder medizinische Beratung.

Häufige Fragen

Woher bekomme ich Wildentenbrust?

Beim Wildhändler, direkt vom Jäger oder tiefgekühlt im Onlinehandel; die Jagdsaison auf Wildenten läuft in Deutschland regional etwa von September bis Januar, tiefgekühlte Ware gibt es ganzjährig. Wichtig ist der Hinweis auf bleifrei erlegtes Wild. Wer nichts findet, nimmt Barbarie-Entenbrust aus dem Supermarkt – dann zwei statt vier Brüste und längere Bratzeit auf der Hautseite.

Warum wird die Entenbrust in der kalten Pfanne gestartet?

Weil das Fett unter der Haut Zeit zum Ausschmelzen braucht. Legt man die Brust in eine heiße Pfanne, zieht sich die Haut sofort zusammen, das Fett bleibt darin eingeschlossen und die Haut wird zäh statt knusprig. Von kalt aus langsam hochgeheizt, läuft das Fett in die Pfanne, und die Haut wird dünn und glasig-knusprig, während der Kern noch weit vom Garpunkt entfernt ist.

Kann ich die Sauce ohne Sahne zubereiten?

Ja. Kokosmilch mit 60 % Kokosanteil bindet ähnlich gut und passt überraschend gut zu Wild, verschiebt den Geschmack aber deutlich. Die laktosefreie Alternative ohne Aromawechsel ist, den Fond auf ein Drittel einzukochen und mit 40 g eiskalter Butter zu montieren – das ergibt eine glänzende Sauce mit ca. 1 g Netto-Kohlenhydraten weniger pro Portion.

Passt Wildente zum Abnehmen mit Keto?

Das Fleisch selbst ist dafür hervorragend: sehr mager im Kern, hoher Eiweißanteil, null Kohlenhydrate. Die 700 kcal pro Portion kommen überwiegend aus Butter, Sahne und Haut. Wer knapper rechnet, zieht die Haut nach dem Braten ab und halbiert die Sahne in der Sauce – das spart rund 200 kcal je Portion, ohne die Kohlenhydrate nennenswert zu verändern.

Autor bei KetoWizard

Über den Autor

Sebastian ist Ehemann, Vater von zwei Jungs in der Pubertät, Fußballtrainer und schreibt bei KetoWizard aus fundierter persönlicher Erfahrung und kontinuierlicher Recherche wissenschaftlicher Literatur.

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