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Keto-Hasenrücken im Speckmantel mit Steinpilz-Rahmsauce

Aufgeschnittener Hasenrücken im Speckmantel mit Steinpilz-Rahmsauce und Rosenkohl auf einem dunklen Teller
Hasenrücken im Speckmantel, rosa aufgeschnitten, mit Steinpilz-Rahmsauce und Rosenkohl in Haselnussbutter.
Zutaten für Hasenrücken im Speckmantel: ausgelöste Rückenfilets, Speckscheiben, frische Steinpilze, Schalotten, Thymian und Sahne
Ausgelöste Rückenfilets, dünne Speckscheiben, frische Steinpilze, Schalotten, Thymian und Sahne.
Hasenrückenfilets werden dachziegelartig mit Speckscheiben umwickelt und in der Pfanne angebraten
Die Speckscheiben dachziegelartig überlappen lassen – so hält der Mantel ohne Küchengarn.

Hasenrücken ist eines der magersten Stücke Wild überhaupt – und genau deshalb ein gutes Keto-Gericht, sobald man das fehlende Fett von außen ergänzt. Der Speckmantel schützt das Fleisch vor dem Austrocknen, die Steinpilz-Rahmsauce liefert den Rest, und weil Wild ohnehin ohne Stärke auskommt, entstehen die einzigen nennenswerten Kohlenhydrate in der Beilage.

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Zubereitungszeit: ca. 50 Minuten – ein Sonntagsessen mit kurzer Ofenzeit und aufmerksamer Kerntemperatur.
  • Ca. 12 g Netto-Kohlenhydrate und 68 g Fett pro Portion.
  • Zutaten: Hasenrücken, durchwachsener Speck, Steinpilze, Schalotten, Sahne, Wildfond, Rosenkohl, Haselnüsse.
  • Geeignet als Keto-Abendessen für zwei Personen, für Gäste und für alle, die Wild ohne Klöße und Sauce mit Mehlschwitze essen wollen.

Zutaten

Eine Portion umfasst ein halbes Rückenstück mit Sauce und Rosenkohl und ist als vollständiges Abendessen gedacht.

Portionen
Menge Zutat Hinweis
Hasenrücken, ausgelöst 2 Rückenfilets; alternativ Kaninchenrücken
2 Rückenfilets; alternativ Kaninchenrücken
durchwachsener Speck ca. 8 dünne Scheiben
ca. 8 dünne Scheiben
Butterschmalz zum scharfen Anbraten
zum scharfen Anbraten
Steinpilze frisch; alternativ 20 g getrocknete, eingeweicht
frisch; alternativ 20 g getrocknete, eingeweicht
Schalotten ca. 2 kleine Schalotten, fein gewürfelt
ca. 2 kleine Schalotten, fein gewürfelt
Knoblauchzehen angedrückt, vor dem Servieren entfernen
angedrückt, vor dem Servieren entfernen
trockener Rotwein alternativ zusätzlicher Wildfond
alternativ zusätzlicher Wildfond
Wildfond oder kräftige Rinderbrühe
oder kräftige Rinderbrühe
Sahne (30 % Fett) -
Butter kalt, zum Montieren der Sauce
kalt, zum Montieren der Sauce
frischer Thymian ca. 4 Zweige
ca. 4 Zweige
Rosenkohl geputzt, halbiert
geputzt, halbiert
Butter für den Rosenkohl -
Haselnüsse grob gehackt
grob gehackt
Salz sparsam, der Speck salzt mit
sparsam, der Speck salzt mit
Pfeffer -

Zubereitung

Gesamte Zubereitungszeit 59 Min.
1 10 Min.
2 4 Min.
3 14 Min.
4 9 Min.
5 6 Min.
6 10 Min.
7 6 Min.
  1. Fleisch vorbereiten

    ca. 10 Minuten
    0.3  TL Salz sparsam, der Speck salzt mit
    0.5  TL Pfeffer

    Den Ofen auf 120 °C vorheizen. Die Rückenfilets (400 g) von der Silberhaut befreien, mit Pfeffer (0,5 TL) und wenig Salz (0,25 TL) würzen und dachziegelartig mit den Speckscheiben (70 g) umwickeln.

  2. Scharf anbraten

    ca. 4 Minuten
    70  g durchwachsener Speck ca. 8 dünne Scheiben
    15  g Butterschmalz zum scharfen Anbraten

    Das Butterschmalz (15 g) in einer Pfanne stark erhitzen und die umwickelten Filets mit der Nahtstelle nach unten rundum anbraten, bis der Speck Farbe hat.

  3. Im Ofen nachziehen

    ca. 14 Minuten
    3  g frischer Thymian ca. 4 Zweige

    Die Filets mit dem Thymian (3 g) auf ein Blech legen und im Ofen ziehen lassen, bis das Einstichthermometer 58 °C anzeigt.

  4. Sauce ansetzen

    ca. 9 Minuten
    200  g Steinpilze frisch; alternativ 20 g getrocknete, eingeweicht
    40  g Schalotten ca. 2 kleine Schalotten, fein gewürfelt
    2  Zehen Knoblauchzehen angedrückt, vor dem Servieren entfernen
    50  ml trockener Rotwein alternativ zusätzlicher Wildfond
    80  ml Wildfond oder kräftige Rinderbrühe

    Steinpilze (200 g), Schalotten (40 g) und die angedrückten Knoblauchzehen (2 Zehen) im Bratensatz anbraten, mit Rotwein (50 ml) und Wildfond (80 ml) ablöschen und um die Hälfte einkochen lassen.

  5. Sauce binden

    ca. 6 Minuten
    120  ml Sahne (30 % Fett)
    15  g Butter kalt, zum Montieren der Sauce
    20  g Butter für den Rosenkohl

    Die Sahne (120 ml) zugeben und einkochen, bis sie einen Löffelrücken überzieht. Vom Herd nehmen, den Knoblauch entfernen und die kalte Butter (15 g) einschwenken.

  6. Rosenkohl braten

    ca. 10 Minuten
    250  g Rosenkohl geputzt, halbiert
    25  g Haselnüsse grob gehackt

    Den halbierten Rosenkohl (250 g) in Butter (20 g) mit der Schnittfläche nach unten braten, bis er Farbe nimmt, dann die Haselnüsse (25 g) zugeben und kurz mitrösten.

  7. Ruhen lassen und anrichten

    ca. 6 Minuten

    Das Fleisch 5 Minuten ruhen lassen, quer zur Faser in Medaillons von 1,5 cm schneiden und auf der Sauce anrichten. Den Rosenkohl daneben geben.

Geschafft! Guten Appetit - lass es dir richtig schmecken.

Welche Tipps helfen bei Hasenrücken im Speckmantel?

  • Die Silberhaut vor dem Umwickeln vollständig entfernen, sonst zieht sich das Filet beim Braten krumm.
  • Das Fleisch 30 Minuten vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen – kalte Filets garen außen zu weit, bis die Mitte stimmt.
  • Nur den Speck salzen lassen: Das Fleisch selbst kommt mit wenig zusätzlichem Salz aus.
  • Die Pfanne nach dem Anbraten nicht auswaschen; der Bratensatz ist die Grundlage der Sauce.
  • Steinpilze trocken abreiben statt waschen, sonst wässern sie und braten nicht mehr an.
  • Die Sahne einkochen lassen, bis sie die Rückseite eines Löffels überzieht – gebunden wird hier nicht mit Mehl.

Warum dieses Wildgericht gut zu Keto passt

Hasenfleisch liefert je 100 g rund 21 g Eiweiß bei nur etwa 3 g Fett und praktisch null Kohlenhydraten – ernährungsphysiologisch ist es damit näher an magerem Geflügel als an Rind. Für eine ketogene Ernährung ist das Fleisch allein deshalb ungeeignet: Ohne Fettquelle wäre die Portion fast reines Protein. Speck, Butter und Sahne verschieben die Verteilung auf ca. 68 g Fett zu 56 g Eiweiß pro Portion, und die 12 g Netto-Kohlenhydrate stammen fast vollständig aus Rosenkohl, Schalotten und dem Milchzucker der Sahne. Der Vergleich mit der klassischen Servierweise ist deutlich: Semmelknödel und eine mit Mehl gebundene Wildsauce bringen zusammen leicht 55 bis 70 g Kohlenhydrate auf den Teller. Hier bindet stattdessen reduzierte Sahne, was aromatisch ohnehin die bessere Lösung ist.

Quelle: FDDB Nährwertdatenbank

Warum der Speckmantel hier keine Deko ist

Wild aus freier Wildbahn hat kaum intramuskuläres Fett. Beim Braten fehlt deshalb der Puffer, der Rind oder Schwein saftig hält – ein Hasenrücken geht innerhalb von zwei bis drei Minuten von rosa zu trocken. Der Speckmantel übernimmt beide Aufgaben: Er gibt beim Braten Fett an das Fleisch ab und wirkt gleichzeitig als Hitzepuffer. Wichtig sind dünn geschnittene Scheiben, die sich dachziegelartig überlappen; dicke Scheiben werden außen nicht knusprig, bevor das Fleisch innen übergart ist. Küchengarn braucht es nicht, wenn die Filets mit der Nahtstelle nach unten in die Pfanne kommen.

Die Kerntemperatur entscheidet über alles

58 °C sind die Zielmarke – bei 62 °C ist der Rücken bereits grau und zäh. Deshalb wird hier scharf angebraten und dann bei niedrigen 120 °C nachgezogen, statt durchgebraten: Die niedrige Ofentemperatur macht das Zeitfenster deutlich breiter. Ein Einstichthermometer ist bei diesem Gericht keine Spielerei, sondern der Unterschied zwischen einem sehr guten und einem enttäuschenden Ergebnis. Nach dem Ofen ruht das Fleisch fünf Minuten, dabei steigt die Kerntemperatur noch um etwa 2 °C.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung: Wildbret

Wie serviere und variiere ich das Gericht?

Den Rücken quer zur Faser in Medaillons von etwa 1,5 cm schneiden und auf der Sauce anrichten, nicht darunter – sonst weicht der Speckmantel auf. In der Praxis lohnt es sich, die Sauce vor dem Aufschneiden fertig zu haben: Das Fleisch wartet nicht, die Sauce schon. Der Rosenkohl in Haselnussbutter passt aromatisch besser als Rotkohl, weil er die Süße nicht mitbringt, die eine ohnehin schon runde Rahmsauce erdrückt.

Meal-Prep, vorbereiten und aufwärmen

Das Fleisch ist ein Frisch-Gericht und verträgt kein Aufwärmen – beim zweiten Erhitzen gart es unweigerlich durch. Vorbereiten lässt sich trotzdem einiges: Die Sauce gelingt bis zum Punkt vor der Sahne bereits am Vortag und hält sich 3 Tage im Kühlschrank, der Rosenkohl kann blanchiert und kalt gestellt werden. Reste vom Fleisch schmecken am nächsten Tag kalt in dünnen Scheiben auf Blattsalat deutlich besser als aufgewärmt.

Variante ohne Hase und ohne Wild

Kaninchenrücken ist der direkte Ersatz und beim Metzger deutlich leichter zu bekommen; er ist etwas milder und braucht rund 2 Minuten weniger im Ofen. Ohne Wild funktioniert das Rezept mit Schweinefilet, das ähnlich mager ist und denselben Speckmantel verträgt – dann steigt die Garzeit im Ofen auf etwa 20 Minuten bei gleicher Kerntemperatur. Wer weder Wild noch Schwein möchte, nimmt zwei dicke Putenmedaillons; der Speck bleibt in allen Varianten der entscheidende Fettträger.

Nährwerttabelle

NährwertJe 100 gPro PortionKeto-Einordnung
Kalorien ca. 145 kcal ca. 940 kcal Sehr gehaltvoll; die Portion ist als einzige Hauptmahlzeit des Abends gedacht.
Sehr gehaltvoll; die Portion ist als einzige Hauptmahlzeit des Abends gedacht.
Fett ca. 10,5 g ca. 68 g Hoch, aber notwendig: Das Fleisch selbst bringt fast keines mit.
Hoch, aber notwendig: Das Fleisch selbst bringt fast keines mit.
Netto-Kohlenhydrate ca. 1,8 g ca. 12 g Für ein Wildgericht mit Beilage niedrig; mit Knödeln läge der Wert bei 55 bis 70 g.
Für ein Wildgericht mit Beilage niedrig; mit Knödeln läge der Wert bei 55 bis 70 g.
Zucker ca. 1 g ca. 6,3 g Aus Rosenkohl, Schalotten und dem Milchzucker der Sahne.
Aus Rosenkohl, Schalotten und dem Milchzucker der Sahne.
Eiweiß ca. 8,7 g ca. 56 g Sehr hoch; wer auf strenges Keto achtet, hält die Fleischmenge eher niedriger.
Sehr hoch; wer auf strenges Keto achtet, hält die Fleischmenge eher niedriger.
Salz ca. 0,35 g ca. 2,3 g Hoch durch Speck und Fond – zusätzliches Salz nur sehr sparsam einsetzen.
Hoch durch Speck und Fond – zusätzliches Salz nur sehr sparsam einsetzen.

Hinweis: Die Nährwerte sind geschätzte Durchschnittswerte je 100 g und können je nach verwendeten Zutaten, Marken, Portionsgröße und Zubereitung abweichen. Sie ersetzen keine individuelle Ernährungs- oder medizinische Beratung.

Häufige Fragen

Ist Wildfleisch für eine ketogene Ernährung geeignet?

Ja, allerdings nicht allein. Wild enthält praktisch keine Kohlenhydrate, ist aber sehr mager – Hase liegt bei rund 3 g Fett je 100 g. Für Keto braucht es deshalb eine externe Fettquelle wie hier Speck, Butter und Sahne, sonst wird die Mahlzeit zu proteinlastig.

Wo bekomme ich Hasenrücken und was kostet er?

Beim Wildhändler, in der Wildsaison auch bei gut sortierten Metzgereien, sonst tiefgekühlt im Onlinehandel. Wer keinen bekommt, nimmt Kaninchenrücken: Er ist ganzjährig verfügbar, günstiger und im Rezept ohne Anpassung austauschbar.

Kann ich getrocknete Steinpilze verwenden?

Ja. 20 g getrocknete Steinpilze entsprechen etwa 200 g frischen. Sie werden 20 Minuten in warmem Wasser eingeweicht; das Einweichwasser wird durch ein Sieb gegossen und ersetzt einen Teil des Wildfonds – es trägt den größten Teil des Aromas.

Passt dieses Gericht zum Abnehmen mit Keto?

Nur eingeschränkt. Die Kohlenhydrate sind mit 12 g pro Portion unkritisch, aber 940 kcal sind eine sehr große Mahlzeit. Wer abnehmen möchte, reduziert die Fleischmenge auf 300 g und die Sahne auf 80 ml – das bringt die Portion auf etwa 700 kcal.

Kann ich die Sauce ohne Rotwein zubereiten?

Ja. Die 50 ml Rotwein lassen sich vollständig durch Wildfond ersetzen; ein Teelöffel Rotweinessig gleicht die fehlende Säure aus. Alkoholfrei bleibt das Gericht ohnehin nur in dieser Variante, weil der Alkohol beim kurzen Einkochen nicht restlos verdampft.

Autor bei KetoWizard

Über den Autor

Sebastian ist Ehemann, Vater von zwei Jungs in der Pubertät, Fußballtrainer und schreibt bei KetoWizard aus fundierter persönlicher Erfahrung und kontinuierlicher Recherche wissenschaftlicher Literatur.

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