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Keto-Eierlikör selber machen: ohne Zucker, mit Erythrit und Allulose

Zwei Gläser gelber Keto-Eierlikör mit Sahnehaube und Muskatnuss, daneben eine Flasche
Fertiger Keto-Eierlikör: cremig-gelb und dickflüssig – die Bindung kommt vom Eigelb, nicht vom Zucker.
Zutaten für Keto-Eierlikör: Eigelbe, Sahne, brauner Rum, Erythrit, Allulose und eine Vanilleschote
Acht Eigelbe, Sahne und Rum – Erythrit und Allulose teilen sich die Aufgaben des Zuckers.
Eierlikörmasse wird im Wasserbad mit einem Schneebesen gerührt und zieht Fäden vom Löffel
Im Wasserbad auf 70 °C: Die Masse ist fertig, wenn sie den Löffelrücken überzieht und ein Strich stehen bleibt.

Eierlikör ist an Ostern das, was Glühwein an Weihnachten ist – und mit 20 bis 25 g Zucker je 100 ml der gekauften Flasche ein Fall für den Umbau. Dieser Keto-Eierlikör setzt auf Eigelb, Sahne und Rum, gesüßt mit einer Mischung aus Erythrit und Allulose, und liegt bei ca. 2 g Netto-Kohlenhydraten pro Glas.

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten aktive Arbeit plus Abkühlzeit.
  • Nur ca. 2 g Netto-Kohlenhydrate und 18 g Fett pro Glas zu 50 ml.
  • Zutaten: Eigelb, Sahne, brauner Rum, Erythrit, Allulose, Vanille, Muskatnuss, Salz.
  • Geeignet als Ostergetränk, als Dessertsauce und als Geschenk aus der Küche.

Zutaten

Ergibt ca. 400 ml, also acht Gläser zu 50 ml – als Dessertsauce reicht die Menge für deutlich mehr Portionen.

Portionen
Menge Zutat Hinweis
Eigelb sehr frisch, Größe M
sehr frisch, Größe M
Sahne mindestens 30 % Fett
mindestens 30 % Fett
Rum, braun ca. 40 % vol, erst nach dem Abkühlen
ca. 40 % vol, erst nach dem Abkühlen
Erythrit fein gemahlen
fein gemahlen
Allulose verhindert das Auskristallisieren
verhindert das Auskristallisieren
Vanilleschote ausgekratzt
ausgekratzt
Muskatnuss frisch gerieben
frisch gerieben
Salz -

Zubereitung

Gesamte Zubereitungszeit 30 Min.
1 5 Min.
2 5 Min.
3 3 Min.
4 12 Min.
5 5 Min.
  1. Eigelbe aufschlagen

    ca. 5 Minuten
    60  g Erythrit fein gemahlen
    30  g Allulose verhindert das Auskristallisieren
    1  Stück Vanilleschote ausgekratzt
    1  Prise Salz

    Die Eigelbe (8 Stück) mit Erythrit (60 g), Allulose (30 g), dem Mark der Vanilleschote (1 Stück) und einer Prise Salz mit dem Handrührgerät hell und schaumig schlagen – etwa 4 Minuten, bis die Masse sichtbar heller ist.

  2. Sahne erhitzen

    ca. 5 Minuten
    250  ml Sahne mindestens 30 % Fett

    Die Sahne (250 ml) mit der ausgekratzten Vanilleschote erhitzen, bis sie am Rand leicht dampft. Nicht kochen lassen – kochende Sahne würde die Eigelbe sofort gerinnen lassen.

  3. Temperieren

    ca. 3 Minuten
    8  Stück Eigelb sehr frisch, Größe M

    Die Vanilleschote entfernen und die heiße Sahne in dünnem Strahl unter ständigem Rühren zu den Eigelben geben. Diese Reihenfolge ist entscheidend: Eigelb in heiße Sahne zu schütten ergibt Rührei.

  4. Zur Rose abziehen

    ca. 12 Minuten

    Die Masse in einer Schüssel über einem Topf mit siedendem Wasser unter ständigem Rühren auf 70 °C bringen. Sie ist fertig, wenn sie den Löffelrücken überzieht und ein mit dem Finger gezogener Strich stehen bleibt. Über 73 °C gerinnt das Eigelb.

  5. Abkühlen und abfüllen

    ca. 5 Minuten plus Abkühlzeit
    0.5  TL Muskatnuss frisch gerieben

    Die Masse vom Wasserbad nehmen und unter gelegentlichem Rühren auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Erst dann Rum (120 ml) und frisch geriebene Muskatnuss (0,5 TL) einrühren und in sterilisierte Flaschen füllen.

Geschafft! Guten Appetit - lass es dir richtig schmecken.

Welche Tipps helfen bei selbst gemachtem Eierlikör?

  • Sehr frische Eier verwenden – das Eigelb wird nur auf 70 °C erhitzt, nicht durchgegart.
  • Erythrit und Allulose mischen, sonst kristallisiert der Likör beim Abkühlen aus.
  • Die heiße Sahne langsam und unter Rühren zu den Eigelben geben, nicht umgekehrt.
  • Im Wasserbad arbeiten und 70 °C nicht überschreiten.
  • Den Rum erst nach dem Abkühlen einrühren, sonst verdampft sein Aroma.
  • In sterilisierte Flaschen füllen, kühl lagern und vor dem Servieren aufschütteln.

Warum dieser Eierlikör Keto-tauglich ist

Gekaufter Eierlikör liegt je nach Marke bei 20 bis 25 g Zucker je 100 ml – ein Glas von 50 ml bringt damit 10 bis 13 g Kohlenhydrate mit, und viele Rezepte verstärken das noch mit gezuckerter Kondensmilch. Die tragenden Bauteile des Getränks sind allerdings andere: Eigelb liefert Lecithin als Emulgator und damit die Bindung, Sahne das Volumen und der Alkohol die Haltbarkeit. Keines davon braucht Zucker. Übrig bleiben ca. 2 g Netto-Kohlenhydrate pro Glas, im Wesentlichen aus dem Milchzucker der Sahne. Was in dieser Rechnung nicht auftaucht und trotzdem zählt, ist der Alkohol: 50 ml Likör enthalten etwa 6 g reinen Alkohol, der zwar keine Kohlenhydrate liefert, aber vorrangig verstoffwechselt wird und die Ketose vorübergehend bremsen kann. Nährwerte lassen sich in der FDDB-Nährwertdatenbank nachschlagen.

Quelle: FDDB Nährwertdatenbank

Warum zwei Süßungsmittel statt eines

Erythrit allein funktioniert hier nicht gut. Es löst sich in kalten und fetthaltigen Flüssigkeiten schlecht und kristallisiert beim Abkühlen wieder aus – der fertige Likör wird dann sandig, und das lässt sich durch Rühren nicht beheben. Allulose bleibt dagegen gelöst und bringt zusätzlich einen Teil der Viskosität mit, die im Original der Zuckersirup liefert. Die Mischung aus beiden trifft den Punkt: Erythrit liefert den Großteil der Süße zum kleineren Preis, Allulose verhindert das Auskristallisieren und macht den Likör dickflüssig.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung: Süßungsmittel

70 °C sind die Grenze

Eigelb beginnt ab etwa 65 °C zu binden und gerinnt ab etwa 73 °C – zwischen cremig und Rührei liegen also wenige Grad. Deshalb das Wasserbad: Es kann die Masse konstruktionsbedingt nicht über 100 °C bringen und reagiert träge genug, dass man rechtzeitig reagieren kann. Ein Küchenthermometer macht die Sache sicher. Die Masse ist fertig, wenn sie den Löffelrücken überzieht und ein mit dem Finger gezogener Strich stehen bleibt – die klassische Probe zur Rose.

Wie serviere und variiere ich den Eierlikör?

Serviere ihn gut gekühlt in kleinen Gläsern mit einer Haube geschlagener Sahne und frisch geriebener Muskatnuss. Aus eigener Erfahrung ist die zweite Verwendung mindestens so gut: Über Beeren oder ein Stück Keto-Kuchen gegossen ersetzt er jede Dessertsauce, und dafür braucht es keine 50 ml, sondern zwei Esslöffel.

Meal-Prep, lagern und verschenken

In sterilisierten Flaschen hält sich der Likör 4 Wochen im Kühlschrank – der Alkohol konserviert, das rohe Eigelb begrenzt. Wichtig: Er wird im Kalten deutlich dicker und muss vor dem Servieren aufgeschüttelt und kurz angewärmt werden. Als Geschenk aus der Küche funktioniert er gut, dann aber immer mit einem Etikett samt Datum und dem Hinweis auf Kühlung. Einfrieren funktioniert nicht – die Emulsion bricht beim Auftauen.

Ohne Alkohol und andere Varianten

Alkoholfrei funktioniert das Rezept mit 100 ml zusätzlicher Sahne und 1 TL Rum-Aroma, allerdings sinkt die Haltbarkeit dann auf 4 Tage, weil der konservierende Alkohol fehlt – und die Eigelbe müssen wegen des rohen Verzehrs sehr frisch sein. Geschmacklich lohnen zwei Abzweigungen: 20 g Kakaopulver ergeben eine Schoko-Variante mit ca. 3 g Netto-Kohlenhydraten, und 2 TL Instant-Espressopulver machen daraus einen Kaffeelikör, der besonders gut über Eis passt.

Nährwerttabelle

NährwertJe 100 gPro PortionKeto-Einordnung
Kalorien ca. 390 kcal ca. 205 kcal Ein Glas ist ein kleines Dessert, kein Getränk nebenbei.
Ein Glas ist ein kleines Dessert, kein Getränk nebenbei.
Fett ca. 34 g ca. 18 g Hoch, aus Eigelb und Sahne – der Grund für die cremige Konsistenz.
Hoch, aus Eigelb und Sahne – der Grund für die cremige Konsistenz.
Netto-Kohlenhydrate ca. 3,8 g ca. 2 g Niedrig; gekaufter Eierlikör läge bei 10 bis 13 g je Glas.
Niedrig; gekaufter Eierlikör läge bei 10 bis 13 g je Glas.
Zucker ca. 3,4 g ca. 1,8 g Milchzucker aus der Sahne; Erythrit und Allulose werden nicht angerechnet.
Milchzucker aus der Sahne; Erythrit und Allulose werden nicht angerechnet.
Eiweiß ca. 5 g ca. 2,6 g Aus dem Eigelb; für die Tagesbilanz nicht relevant.
Aus dem Eigelb; für die Tagesbilanz nicht relevant.
Salz ca. 0,2 g ca. 0,1 g Nur eine Prise zum Abrunden der Süße.
Nur eine Prise zum Abrunden der Süße.

Hinweis: Die Nährwerte sind geschätzte Durchschnittswerte je 100 g und können je nach verwendeten Zutaten, Marken, Portionsgröße und Zubereitung abweichen. Sie ersetzen keine individuelle Ernährungs- oder medizinische Beratung.

Häufige Fragen

Ist Eierlikör auf Keto erlaubt?

Selbst gemacht mit ca. 2 g Netto-Kohlenhydraten pro Glas kohlenhydratseitig problemlos, gekauft mit 10 bis 13 g eher nicht. Unabhängig davon gilt für den Alkohol: 50 ml Likör enthalten rund 6 g reinen Alkohol, der vorrangig verstoffwechselt wird und die Fettverbrennung vorübergehend ausbremst. Das ist kein Ausschlussgrund, aber der Grund, warum Alkohol auf Keto stärker wirkt als gewohnt.

Warum wird mein Eierlikör körnig?

Dafür gibt es zwei Ursachen. Entweder ist das Eigelb geronnen, weil die Masse über 73 °C kam – dann sind kleine feste Flöckchen zu sehen, und das lässt sich nur durch Passieren retten. Oder das Erythrit ist beim Abkühlen auskristallisiert; dann fühlt sich der Likör sandig an. Gegen den zweiten Fall hilft nur, einen Teil des Erythrits durch Allulose zu ersetzen.

Wie lange hält sich selbst gemachter Eierlikör?

In sterilisierten Flaschen 4 Wochen im Kühlschrank. Der Alkohol wirkt konservierend, das nur auf 70 °C erhitzte Eigelb begrenzt die Haltbarkeit. Ohne Alkohol sinkt sie auf 4 Tage. Immer gekühlt lagern, nie bei Raumtemperatur, und bei Geruchs- oder Farbveränderung entsorgen.

Passt Eierlikör zum Abnehmen mit Keto?

Als gelegentliches Dessert ja, als Gewohnheit nicht. 205 kcal pro Glas sind schnell getrunken und sättigen kaum, und der Alkohol pausiert währenddessen die Fettverbrennung. Wer beides mag, nutzt ihn eher als Sauce: Zwei Esslöffel über Beeren liefern denselben Geschmack bei einem Fünftel der Kalorien.

Autor bei KetoWizard

Über den Autor

Sebastian ist Ehemann, Vater von zwei Jungs in der Pubertät, Fußballtrainer und schreibt bei KetoWizard aus fundierter persönlicher Erfahrung und kontinuierlicher Recherche wissenschaftlicher Literatur.

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