Keto während Strahlentherapie: Vorläufige Ergebnisse der KOMPARC-Studie
Vorläufige Ergebnisse der KOMPARC-Studie, veröffentlicht am 19. Januar 2026 in der Fachzeitschrift Nutrients, zeigen, dass eine ketogene Ernährung bei Patientinnen mit Gebärmutterhals- und Gebärmutterkrebs während der Strahlentherapie klinisch verträglich und sicher ist. Die prospektive, randomisierte, offen durchgeführte Studie am Policlinico Universitario Agostino Gemelli IRCCS vergleicht Keto mit einer mediterranen Standardernährung als ergänzende Ernährungsstrategie während der Beckenbestrahlung. Hintergrund ist die Hypothese, dass eine Senkung des Blutzuckers Tumorzellen metabolisch belastet, während Normalgewebe von Ketonkörpern als Energiequelle profitieren kann. Vollständige Ergebnisse werden bis Ende 2026 erwartet.
Warum Forscher Keto während Strahlentherapie testen
Strahlentherapie ist eine zentrale Behandlung bei Gebärmutterhals- und Gebärmutterkrebs, ist aber mit erheblichem metabolischen Stress und Veränderungen der Körperzusammensetzung verbunden. Forscher stellen die Hypothese auf, dass eine ketogene Ernährung durch Senkung des Blutzuckers und Förderung der Ketonproduktion die metabolische Selektivität der Strahlentherapie verbessern könnte: Sie würde Bedingungen schaffen, die für Tumorzellen ungünstiger, für Normalgewebe aber schützend sind. Die KOMPARC-Studie wurde entwickelt, um zu bewerten, ob dieser Ernährungsansatz sicher ist und ob Patientinnen ihn während einer belastenden Behandlung einhalten können.
Wie die KOMPARC-Studie aufgebaut ist
KOMPARC ist eine prospektive, randomisierte, offen-kontrollierte Studie. Von den 33 eingeschlossenen Patientinnen hatten 48,5 % Gebärmutterhalskrebs und 51,5 % Gebärmutterkrebs; alle waren für eine Beckenbestrahlung vorgesehen. Sie wurden entweder einer ketogenen Ernährung oder einer mediterranen Standardernährung für die Dauer der Strahlentherapie zugeteilt. Die primären Endpunkte der Vorabanalyse waren Sicherheit und klinische Verträglichkeit, bewertet durch Überwachung auf unerwünschte Ereignisse, Ernährungszustand und Behandlungsabschlussraten. Die Studie ist noch rekrutierend, mit einem primären Abschlussdatum für Dezember 2026.
Was die Vorabergebnisse vom Januar 2026 zeigen
Die Vorabergebnisse, veröffentlicht in der MDPI-Zeitschrift Nutrients, bestätigen, dass eine ketogene Ernährung in dieser Patientinnengruppe sicher durchgeführt werden kann, ohne die unerwünschten Ereignisse im Vergleich zur mediterranen Gruppe wesentlich zu erhöhen. Im ersten Analysezeitraum wurden keine schwerwiegenden (CTCAE Grad 3+) ernährungsbedingten Komplikationen gemeldet. Gastrointestinale Toxizitäten traten bei 60,7 % der Patientinnen auf (70 % in der Keto-Gruppe vs. 55,6 % in der mediterranen Gruppe; p = 0,56), ohne statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen. Die Einhaltung war eine zentrale Herausforderung: 46,1 % der Teilnehmerinnen in der Keto-Gruppe unterbrachen die Ernährungsweise zeitweilig, gegenüber 25,0 % in der Vergleichsgruppe (p = 0,21). Patientinnen unter Strahlentherapie erleben häufig Erschöpfung, Übelkeit und Appetitveränderungen, die eine strenge Ernährungseinhaltung erschweren. Das Forschungsteam der Klinischen Ernährungseinheit begleitete die Teilnehmenden intensiv durch Ernährungsberaterinnen — die Autoren bezeichnen dies als kritische Komponente für die Durchführbarkeit des Protokolls.
Körperzusammensetzung und Ernährungssorgen bei Krebspatientinnen
Eine zentrale Sorge beim Einsatz einer restriktiven Ernährung in der Krebsbehandlung ist das Risiko, eine Kachexie zu verschlimmern — den fortschreitenden Verlust von Muskel- und Körpergewicht, der viele Krebspatientinnen betrifft. Die KOMPARC-Vorabdaten zeigten keinen signifikanten Anstieg des Muskelverlusts in der Keto-Gruppe gegenüber der mediterran ernährten Gruppe, aber die Autoren betonten, dass längere Nachbeobachtung erforderlich ist. Ausreichende Proteinzufuhr ist bei Keto für Krebspatientinnen entscheidend, und das Protokoll wurde als proteinadäquate ketogene Formulierung konzipiert, nicht als klassische fettbetonte klinische Keto-Diät, um die Muskelmasse besser zu erhalten.
Was Ärzte und Patientinnen aus diesen Daten mitnehmen sollten
Die KOMPARC-Vorabdaten sind ermutigend, aber vorläufig. Sie belegen, dass eine Keto-Diät unter Strahlentherapie bei ausgewählten Patientinnen mit angemessener Ernährungsunterstützung sicher erprobt werden kann. Sie zeigen nicht, dass Keto die Krebsergebnisse gegenüber der Standardversorgung verbessert. Vollständige Wirksamkeitsdaten zu Tumoransprechen und Lebensqualitätsergebnissen werden erst nach Studienabschluss Ende 2026 oder Anfang 2027 verfügbar sein. Patientinnen mit gynäkologischen Krebserkrankungen, die Ernährungsänderungen erwägen, sollten diese mit ihrem Onkologieteam besprechen. Nicht beaufsichtigte Ernährungseinschränkungen während der Krebsbehandlung werden nicht empfohlen.
Häufige Fragen
Ist Keto während der Strahlentherapie sicher?
Vorabdaten der KOMPARC-Studie aus 2026 deuten darauf hin, dass eine ketogene Ernährung parallel zur Beckenbestrahlung bei Patientinnen mit gynäkologischen Krebserkrankungen sicher durchgeführt werden kann, wenn sie von einem ausgebildeten Ernährungsberater und einem medizinischen Team betreut wird. Ohne ärztliche Begleitung sollte dies jedoch nicht versucht werden, da die Ernährungsanforderungen während der Krebsbehandlung komplex sind.
Was ist die KOMPARC-Studie?
KOMPARC ist eine prospektive randomisierte kontrollierte Studie, die eine ketogene Ernährung versus mediterrane Standardernährung bei Frauen mit Gebärmutterhals- und Gebärmutterkrebs während der Strahlentherapie testet. Sie wird am Policlinico Universitario Agostino Gemelli IRCCS in Italien durchgeführt. Vorläufige Ergebnisse wurden im Januar 2026 veröffentlicht, der vollständige Abschluss ist für Ende 2026 bis 2027 geplant.
Hilft Keto bei der Krebsbehandlung?
Die Evidenz ist vielversprechend, aber vorläufig. Mehrere klinische Studien untersuchen, ob Keto die Ergebnisse bei verschiedenen Krebsarten verbessern kann, darunter Glioblastom und gynäkologische Tumore. Sicherheitsdaten sind ermutigend. Keto ist jedoch derzeit keine evidenzbasierte Standardtherapie-Empfehlung für irgendeine Krebsart, und keine Studie hat bisher einen statistisch signifikanten Überlebensvorteil in einer Phase-III-Studie nachgewiesen.